Estnischer Nationaler Männerchor RAM

Der Estnische Nationale Männerchor RAM wurde 1944 von dem legendären estnischen Chordirigenten Gustav Ernesaks gegründet. Seitdem hat RAM mehr als 6000 Konzerte in Estland, der ehemaligen Sowjetunion, in vielen westeuropäischen Ländern sowie in Israel, Kanada und den USA gegeben.

In den ersten Jahren widmete sich der Chor dem a-cappella-Repertoire. Heutzutage wird das Ensemble insbesondere für seine Interpretation großer chorsinfonischer Werke gerühmt, welche mit den führenden Orchestern und Dirigenten aufgeführt werden. Das Repertoire des RAM (Eesti Rahvusmeeskoor) umfasst derzeit 25 oratorische Werke, die überwiegend in ausländischen Projekten und Tourneen zur Aufführung kommen, dazu kommt ein umfangreiches a-cappella-Repertoire.

RAM hat mit führenden Chordirigenten wir Robert Sund aus Schweden, Josep Prats aus Spanien, Chifuru Matsubara aus Japan, Roman Toi aus Kanada und mit den Esten Kuno Areng, Ants Üleoja, Toomas Siitan, Jaan-Eik Tulve und Mihkel Kütson zusammengearbeitet. Diese Zusammenarbeit wird ergänzt durch die Zusammenarbeit mit Orchesterdirigenten wie Neeme Järvi, Paavo Järvi, Kristjan Järvi, Eri Klas, Gennadij Roschdestwenski, Riccardo Muti, Paavo Berglund, Leif Segerstam, Esa-Pekka Salonen, Jukka-Pekka Saraste, Saulius Sondeckis, Leo Krämer, Christoph Spering, Gintaras Rinkevicius, Arvo Volmer, Paul Mägi, Eivind Gullberg Jensen, Tõnu Kaljuste und anderen mehr. Seit 2011 ist Mikk Üleoja Chefdirigent in der Nachfolge von Ants Soots.

Von den großen chorsinfonischen Werken sind die am häufigsten aufgeführten Schostakowitschs 13. Symphonie “Babi Jar” (u.a. mit Detroit Symphony, Tampere Philharmonic, Jerusalem Symphony, Los Angeles Philharmonic), Sibelius’ „Kullervo“ (u.a. mit hr-Sinfonieorchester, NDR Radiophilharmonie Hannover, Royal Stockholm Philharmonic, Minnesota Symphony, Tampere Philharmonic, Orchestre National du Capitole de Toulouse, Orchestre de Paris und dem Los Angeles Philharmonic), Cherubinis Requiem und Strawinskys „Oedipus Rex“.

In den letzten Jahren hat der Estnische Nationale Männerchor 12 CDs eingespielt. Der Chor beabsichtigt, alle wichtigen Werke für Männerchor und Orchester aufzunehmen. Die neueste Veröffentlichung beinhaltet alle Werke für Männerchor von Veljo Tormis.

Der Estnische Nationale Männerchor gibt gegenwärtig etwa 80–90 Konzerte jährlich, von denen etwa 25 symphonische Werke enthalten. Das Repertoire einer Saison enthält etwa 200 Werke, von denen jedes Jahr ein Viertel neu ins Programm aufgenommen werden.

Die CD “Sibelius Cantatas” (Virgin Classics) des Estnischen Nationalen Männerchores unter seinem Ehrendirigenten Ants Soots sowie mit dem Ellerhein Mädchenchor und mit dem Estnischen Nationalen Symphonieorchester unter der Leitung von Paavo Järvi erhielt in der Kategorie „Best Choral Performance” den Grammy.

In Deutschland war RAM bei den Bochumer Symphonikern unter Steven Sloane (Schostakowitsch, Symphonie „Babi Jar“), beim hr-Sinfonieorchester unter Paavo Järvi (Sibelius, „Kullervo“), mit zwei Konzerten beim Sibelius-Festival des Konzerthauses Dortmund (a-cappella und Sibelius, „Kullervo“ mit Tampere Philharmonic unter John Storgårds), bei den Bremer Philharmonikern unter Markus Poschner (u.a. Brahms, Alt-Rhapsodie), beim Konzerthausorchester Berlin unter Lothar Zagrosek (Schönberg, Gurrelieder) und bei der NDR Radiophilharmonie Hannover ("Kullervo") unter Eivind Gullberg Jensen zu Gast. Weitere Projekte führten RAM u.a. zum Internationalen Bergen Festival in Norwegen (a cappella und mit Bergen Philharmonic), zur finnischen Tapiola Sinfonietta, zum Tampere Philharmonic (Prokofjew, Alexander Newsky) und zum Swansea Festival in Wales (u.a. mit BBC National Orchestra of Wales).

Engagements in der Saison 2013/14 führten RAM in Deutschland zum Schleswig-Holstein Musik Festival, zum Usedomer Musikfestival und zum Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin unter der Leitung von Marek Janowski. Im Juni 2015 kehrte RAM zur NDR Radiophilharmonie Hannover zurück, um mit Michael Sanderling Schostakowitschs Symphonie Nr. 13 "Babi Jar" aufzuführen. Michael Sanderling hat RAM umgehend eingeladen, "Babi Jar" mit der Dresdner Philharmonie im Februar 2018 erneut aufzuführen.

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